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1960 Heinkel Kabine - Typ 153 Micro Car

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Classic-Cars-Dornstetten GmbH

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Description

1961 wurde der Grand Prix Rennfahrer und Mille Miglia Gewinner Stirling Moss in einen Verkehrsunfall mit einer Heinkel Kabine verwickelt. Das bemerkenswerte daran war, dass Stirling Moss die Heinkel Kabine fuhr.

Was mag einen der schnellsten Männer der damaligen Zeit bewogen haben einen Heinkel Kabine zu fahren? Die Antwort ist einfach: Die Heinkel Kabine ist schlichtweg eine geniale Konstruktion und die bessere BMW Isetta. Der ehemalige Flugzeugbauer griff auf die Konstruktionsprinzipien der Luftfahrt zurück: Leichtbau und maximale Raumausnutzung bei möglichst geringem Brennstoffverbrauch. Das Autochen ist kürzer als ein Smart, bietet aber Platz für zwei Erwachsene und zwei Kinder oder für 3 Erwachsene. Gepäck wird hinten aufgeschnallt und im Innenraum verteilt. Der Heinkel wiegt nicht mal ein Drittel des Smart und 100 kg weniger als eine BMW Isetta, verbraucht weniger als ein Smart oder eine Isetta und kann fast soviel zuladen, wie er selber wiegt. Ein zeitgenössischer Testbericht über eine ununterbrochene 10 Stunden Fahrt von Cannes nach Genf (475 km) ermittelte 3,3 Liter pro 100 km und dies mit 2 Personen und 60 kg Gepäck an Bord. Darüber hinaus hatte die Heinkel Kabine bereits 1956 eine sequentielle Schaltung, eine beheizbare Frontscheibe und ein Cabrio-Klappdach serienmäßig.

Heute gilt die Heinkel Kabine unter Automobilkonstrukteuren als eine der intelligentesten Konstruktionen der Automobilgeschichte. Als Auszubildende des Elektrokonzerns RWE für eine E-Auto Promotion-Tour und für die IAA 2011 ein straßenzugelassenes Elektroauto bauten, griffen Sie als Basis auf eine 51 Jahre alte Heinkel Kabine zurück. Es ließ sich ganz einfach kein anders Basisfahrzeug finden, das gleichzeitig leicht und kompakt war, aber auch den Platz für die Batterien hatte und vor allem deren Gewicht plus Passagiere verkraftete.

Die Heinkel Kabine wurde zunächst ab 1956 in Zuffenhausen gebaut- genau wie der andere bekannte Sportwagen. Das blühende Wirtschaftswunder der fünfziger und sechziger Jahre erwies sich jedoch als größter Feind des kleinen Heinkel, denn die Ansprüche der Menschen wuchsen mit dem Bruttosozialprodukt. Man wollte keine Kleinstwagen mehr, sondern „richtige“ Autos wie den Käfer, einen Ford oder einen Opel. 1958 verkaufte Heinkel daher die Produktionsanlagen an die renommierte Dundalk Engineering Ltd. in Irland, die nach deutschen Vorgaben bis 1961 6.486 Heinkel Kabine produzierte. Im Jahr 1961 kaufte dann die englische Firma Trojan die Markenrechte und Werkzeuge und fertigte bis 1967 weitere 6.179 Exemplare. Auch in Argentinien entstanden ca. 2.500 dieser Raumwunder.

Wir bieten Ihnen hier ein schönes Exemplar, das am 10. Juni 1960 im österreichischen Gmünd erstmals zugelassen wurde. Im August 1961 ging der Heinkel an einen neuen Besitzer in Wien über. In den nächsten 59 Jahren hatte die Kabine noch weitere Besitzer, die alle mit Namen und Anschrift bekannt sind. Es ist schon ein besonderer Glücksfall, dass die Zulassungspapiere von 1960 noch im Original existieren. Damit ist die Besitzerhistorie lückenlos dokumentiert. Die letzten 37 Jahre war die Kabine übrigens im Besitz einer einzigen Familie, ganz in unserer Nähe. Der Zustand ist sehr gut und der schon im Heinkel-Roller bestens bewährte Antrieb gutmütig wie ein kleiner Hund.

Wir führen vor Auslieferung für Sie noch eine umfassende Inspektion mit Motoröl- Kerzen- und Bremsflüssigkeitswechsel- sowie ein TÜV-Vollgutachten durch. Ein H-Kennzeichen können Sie auch bekommen, es macht hier aber nur bedingt Sinn. Normal versteuert kostet die Heinkel Kabine ganze € 50,-- Kfz-Steuern pro Jahr, mit H-Kennzeichen knapp das Vierfache: € 191

Ein Frage stellen wir noch: Wie verhält es sich denn mit den Fahrleistungen des Zehnpeessers? Da werfen wir doch mal einen Blick in die Bedienungsanleitung. Da steht O-Ton: „Im normalen Straßenverkehr und besonders im dichten Stadtverkehr werden Sie das beachtliche Beschleunigungsvermögen und die Wendigkeit des handlichen Kabinenfahrzeugs schätzen lernen…die guten Fahreigenschaften vermitteln Ihnen das Gefühl absoluter Sicherheit." Und dann steht da noch: „Wie bei jedem Fahrzeug gefühlvoll Gas geben, um ein Durchdrehen der Räder und das damit verbundene Schleudern zu vermeiden.“ So eine deutliche Warnung vor der sich offenbar explosionsartig entfaltenden Motorleistung der 10 PS steht nicht mal beim 530 PS stärkeren Ferrari 612 in der Bedienungsanleitung. Da wissen wir doch, warum Stirling Moss so gerne Heinkel fuhr. Noch Fragen?

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